This kitchen is for dancing – Wie du die perfekte Küche planst

Die Frage, wann wir denn endlich unsere neue Küche bekommen, war in meinem Freundeskreis inzwischen zu einem Running Gag geworden. Zugegebenermaßen lag es weniger an uns, als an äußeren Umständen, dass die Küche so lange auf sich warten ließ. Einen Vorteil hatte das alles aber: Wir haben diese Küche sehr genau geplant. Nun, nach einem Jahr mit der Küche, möchte ich dir meine Tipps für deine Traumküche verraten.

Planung ist die halbe Küche

Wie gesagt, wir haben wirklich (gezwungenermaßen) lange an unserer Küchenplanung gesessen. Schon viele Monate zuvor stand ein ziemlich durchdachtes Konzept fest. Aber selbst an diesem ließ sich noch einiges optimieren. Wir haben mehrmals Spülmaschinen, Herdposition und Oberschränke hin und hergeschoben, von jedem Küchenstudio gefühlt eine andere Meinung gehört und letzlich aus allen Inputs die für uns optimale Lösung erarbeitet. Und final endlich ein Küchenstudio gefunden. Das war nicht so einfach, denn unser Budget war ziemlich festgesetzt und somit fielen einige Angebote schon direkt wieder hinten rüber. Es ist erstaunlich, wie sehr die Preise für nahezu identische Küchen auseinanderliegen können, deswegen lohnt es sich, verschiedene Angebote einzuholen. Die beste Erfahrung haben wir übrigens damit gemacht, ein anderes Angebot direkt im Studio vorlegen zu können. So spart man sich die Debatten über angebliche Sonderrabatte.

Küchenstudio vs IKEA

Mein erster Impuls war natürlich, dass wir uns “mal eben schnell” eine Küche beim Schweden besorgen. Online kann man alles super planen und die verschiedenen Möbelstücke in der Regel direkt mitnehmen. Eine Küche in zwei Tagen sozusagen. Also begann ich hochmotiviert im Küchenplaner die verschiedenen Elemente hin und herzuschieben. Leider musste ich irgendwann einsehen, dass Ikea zwar sehr viele Möglichkeiten anbietet. Aber nur einen normalen Spülenschrank, der leider unglaublich breit ist. Viel zu breit für unsere Küche mit problematisch sitzenden Steckdosen, einem blöden Wasseranschluss und überhaupt wenig Platz.

Das ist tatsächlich der größte Nachteil einer Ikea-Küche. So flexibel vieles ist, es gibt nur gewisse Standardbreiten. Sofern man nicht Schränke halb zersägen möchte, bieten Markenküchen einfach mehr Auswahl. Gleiches gilt für die Küchenhöhe. Durch relativ tiefsitzende Steckdosen waren wir auch in der Höhe recht limitiert und es wäre sehr eng mit der Korpushöhe der Ikeaschränke geworden.

Nicht zuletzt ist der Aufbau einer Ikeaküche nicht ganz simpel. Bei einer Küchenzeile sieht das alles nicht so schlimm aus, bei einer L-förmigen Küche hat uns aber der Gedanke an die Küchenarbeitsplatte schlaflose Nächte bereitet. Wir hätte uns jemanden für den Aufbau seperat suchen müssen, denn die Preise bei IKEA sind schon sehr happig und verdoppeln schnell die Ausgaben für die Küche. Deshalb mussten wir uns am Ende eingestehen, dass wir doch eine Küche aus dem Studio benötigen und dies für uns die sinnvollere Variante ist.

Wichtige Tipps für die Planung

Keine Angst vor toten Ecken. In vielen Küchenplanungen ist bei einer L-Küche ein sogenanntes Rondell eingeplant, auf dem Töpfe und Pfannen untergebracht werden können. In unserer Küche war dies problematisch, da in der Ecke unser Wasseranschluss sitzt und wir den Bereich für die Spüle und den Müll brauchten. Aber auch ohne diese Problematik weiß ich nicht, ob ich mich jemals für diesen Auszug entscheiden würde. Denn besonders gut wird der vorhandene Platz nicht ausgenutzt, da viel Platz auf den Drehmechanismus verschwendet wird. Wir haben unsere tote Ecke als kleine Vorratsecke schätzen gelernt und lagern hier Mandelmilch, Altglas und Spülmaschinenpulver.

Sinnvoll finden wir auch das Müllauszugssystem, da es sich wunderbar integrieren lässt und der Müll sehr praktisch zugängig ist.

Ein Gewürzauszug füllt Lücken und ist tatsächlich sehr nützlich – ich freue mich jedes Mal darüber, Ölflaschen und Gewürze so gut zu verstauen.

Spare nicht an Schubladen

Schubladen, Schubladen, Schubladen. Ja, sie sind teuer, aber es lohnt sich so sehr. Günstigere Küchen haben meist nur Regalbretter. So war es auch in der Küche in meiner ersten Wohnung. Das führt dazu, dass entweder nicht viel in die Schränke passt oder du anfängst, zwei Reihen zu bilden und irgendwann nur noch die Dinge benutzt, die vorne stehen. Ich bin bis heute verblüfft, was alles beim Ausräumen aus meiner Küche kam. Schubladen haben den Vorteil, dass du sie komplett nutzen kannst, da sie vollständig einsehbar sind und du an alles dran kommst. Somit nutzt du den vorhandenen Stauraum viel effektiver.

Stelle dir deinen Alltag in der Küche vor

Überlege dir bei deiner Planung ganz genau, wie du in deiner zukünftigen Küche kochen möchtest. Beginne im Kopf den Weg “abzulaufen”. Also zum Kühlschrank, zum Herd, zum Müll, zum Geschirr, zum Waschbecken und dann zur Spülmaschine. So merkst du schnell, ob du in der Küche sinnvoll arbeiten kannst und nicht zu viele Laufwege hast. Außerdem erkennst du, ob sich Dinge blockieren. Hätten wir zum Beispiel die Spülmaschine auf die andere Seite unseres “L”s geplannt, könnte niemand am Waschbecken stehen wenn die Spülmaschine eingeräumt wird. Da man oft vorher etwas kurz Abwaschen oder Reste in den Müll entsorgen möchte, wäre das wirklich sehr sehr nervig gewesen. Übrigens kam dieser Vorschlag von einer Küchenplanerin und wir haben erst zu Hause beim “durchgehen” gemerkt, was für ein riesiger Fehler das gewesen wäre.

Plane hoch hinaus

Es gibt viele Küchen, die schlichtweg viel zu klein sind und wo es auf jeden Zentimeter ankommt. Unsere Küche ist zum Beispiel so eine. In solchen Fällen solltest du wirklich versuchen, so viel Platz wie möglich zu schaffen. Eine gute Möglichkeit für mehr Platz ist ein Hochschrank. Es bietet sich an, hier den Herd reinzuplanen, um sich nicht mehr herunterbeugen zu müssen. Bedenke dabei auch die Höhe. Unser Hochschrank wurde extra eingekürzt, um eine sinnvolle Endhöhe zu haben, damit die Mikrowelle dort ihren Platz finden konnte (und ich auch noch dran komme).

Die Detailfragen

Wenn die grobe Planung steht, bist du leider noch weiter von deiner Traumküche entfernt, als gedacht. Es gibt unendlich viele Detailfragen. Beleuchtung in der Küche? Wandabschlussleiste? Welche Griffe?

Um dir ein bisschen bei den Entscheidungen zu helfen, verrate ich dir unsere Wahl bei den Details. Wir haben uns beispielsweise für Aluleisten als Griffe entschieden. Die haben den Vorteil, dass die Schublade von nahezu jeder Position gut zu öffnen ist, die Kanten der Schubladen geschützt sind und nicht so schnell Kratzer an die Fronten kommen wie bei normalen Griffen (Stichwort Fingernägel). Bei der Spüle haben wir statt auf eine Keramikspüle auf eine Granit-Kompositspüle in grau gesetzt. Für uns die perfekte Wahl, sie lässt sich einfach reinigen und Verfärbungen fallen nicht so schnell auf, wie bei einer weißen Spüle. Zudem kann sie nicht so schnell kaputt gehen, wie eine Keramikspüle. Wichtig war uns auch ein ausziehbarer Wasserhahn. Meiner Meinung nach die allerbeste Entscheidung, die man treffen kann. Spülen, Abwaschen von Obst und Gemüse sowie Reinigung der Spüle sind so viel leichter damit.

Außerdem haben wir uns gegen eine Wandabschlussleiste und für eine Silikonfuge entschieden. Auch, wenn es etwas Diskussion mit dem Küchenstudio gab, es scheint unterschiedliche Philosophien dazu zu geben, haben wir die Entscheidung keine Sekunde bereut. Eine gut gezogene Silikonfuge stellt kein Problem dar und sieht einfach schicker aus. Ebenso macht unsere Schrankunterbeleuchtung richtig was her.

Aufgrund unserer problematischen Steckdosen haben wir uns nahe am Waschbecken für abgedeckte Steckdosen entschieden, um kein Problem mit Spritzwasser zu bekommen.

Wie du bei Elektrogeräten sparst

Uns waren gute Elektrogeräte besonders wichtig. Dabei wollten wir nicht die teuersten Geräte haben, sondern haben uns am Mittelfeld orientiert. Ein Induktionsfeld war für uns ein Muss. Außerdem sollte es eine Kopffrei-Haube werden, die allerdings nicht nur gut aussieht, sondern zumindest auch etwas effizient ist. Hier gibt es tatsächlich sehr große Unterschiede (Stichworte Fettabscheidungsgrad). Bei der Spülmaschine mussten wir auf eine 45er Maschine setzen, deshalb war uns eine möglichst sinnvolle Aufteilung wichtig.

Bei Elektrogeräten ist es im Küchenstudio so eine Sache. Viele Geräte sind viel viel teurer, als sie anderswo zu besorgen wäre. Wir haben ein Küchenstudio gefunden, das damit einverstanden war, unsere selbstgekauften Elektrogeräte einzubauen. Dafür ist dann eine kleine Extragebühr fällig, trotzdem kann man hier enorm viel sparen. Leider ist eine solche Vereinbarung nicht überall möglich. Außerdem gibt es manche Geräte, die günstiger übers Küchenstudio bezogen werden können. So haben wir letztendlich nur unseren Backofen zusammen mit unserer Küche bestellt und alle anderen Geräte passend zum Küchenaufbautermin besorgt.

Unsere Geräte und für die Küche im Überblick*

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