Shanghai Baby! – Tipps für die chinesische Metropole

Denkt ihr bei einer Asienreise auch an thailändische Strände, Bangkok bei Nacht oder an einen Cocktail unter Palmen auf Bali? Ich würde behaupten, diese Bilder kommen den meisten direkt in den Sinn. China als Reiseziel haben gar nicht so viele auf dem Schirm, ich habe schon öfters gehört, dass dieser Teil von Asien nicht unbedingt auf der Wunschliste steht. Völlig zu Unrecht muss ich sagen. Insbesondere Shanghai ist eine Stadt, die wirklich toll und sehenswert ist. Mich würde es nicht wundern, wenn Shanghai in Zukunft das New York des Ostens ist. Was mich an der Stadt so begeistert hat und wie ihr die Zeit dort am besten nutzt, verrate ich euch in diesem Beitrag.

What to see in Shanghai

Der Bund ist die Flaniermeile der Stadt. Spätestens am Abend ist es hier proppevoll und man wird sich den rund 24 Millionen Bewohnern im Großraum Shanghais durchaus bewusst. Trotzdem lohnt es sich, denn von hier aus hat man eine tolle Aussicht auf Shanghais moderne Skyline mit der berühmten Oriental Pearl. Die Promenade erstreckt sich über das gesamte Ufer, sodass sich die vielen Menschen zumindest ein bisschen verteilen könne. Mit etwas Geduld bekommt man auch direkt vorne am Geländer einen Platz für diesen unvergesslichen Blick und ein Foto.

I’m on Top of the World: Shanghai Tower

Einen unvergesslichen Blick habt ihr auch vom Shanghai Tower, dem größten Gebäude der Stadt und aktuell sogar dem drittgrößten der Welt. Ihr solltet jedoch auf einen klaren und sonnigen Tag warten, ansonsten seht ihr nämlich nichts. An einem Regentag in Shanghai konnten wir die Spitze des Gebäudes vor lauter Wolken nicht sehen. Am letzten Tag hatten wir jedoch Glück und konnten den wahnsinnigen Ausblick genießen. Der Preis lohnt sich meiner Meinung nach wirklich. Bei meinem ersten Shanghaibesuch 2010 gab es den Tower noch nicht und ich war auf dem Shanghai World Financial Center. Dieses ist direkt in der Nachbarschaft und (von oben betrachtet) deutlich kleiner als der Shanghai Tower. Die Aussichtsplattform hat jedoch einen Glasboden, sodass man das Gebäude darunter sowie die Stadt direkt unter seinen Füßen hat. Auf beide Aussichtsplattformen muss man definitiv nicht, ich würde den Shanghai Tower empfehlen. Beide befinden sich im neuen Stadtteil Pudong der in den letzten Jahrzehnten fast komplett neu entstanden ist und inzwischen eins der wichtigsten Wirtschaftszentren Asiens ist.

Hop-on-Hop-off-Bus statt Regenschirm

Wir hatten in Shanghai leider auch einen etwas regnerischen Tag. Da wir diesen nicht in einer Shopping-Mall verbingen wollten und die Entfernungen in der Stadt groß sind, haben wir uns für ein Hop-on-hop-off-Ticket entschieden. In der Stadt gibt es mehrere Routen und- Vorsicht – auch mehrere Anbieter, die mit den Bussen durch die Stadt fahren. Kaufen könnt ihr ein solches Ticket zum Beispiel an den Stationen der Busunternehmen am Union-Square. Allerdings gibt es mehrere Anbieter, die sich preislich sehr unterscheiden. Wir wollten an der Haltestelle gegenüber des Radisson Blues ein Ticket kaufen, dort kostete es aber um die 150 RMB und wir hatten am Tag zuvor ein günstigeres Angebot gesehen. Auf der anderen Seite des Union Squares – etwas unterhalb des Starbucks am Tomorrow Square wurden wir fündig und konnten ein 24-Stunden-Ticket für 80 RMB pro Person kaufen. Die Routen waren nahezu identisch zu dem anderen Anbieter mit insgesamt drei Routen. Die Busse fahren ungefähr alle 15-20 Minuten. Einige Busse sind oben offen, einige fahren komplett geschlossen. Ihr erkennt die Busse und die Stationen an dem gelben Logo auf rotem Grund und dem Schriftzug City Sightseeing.

Shanghai Sightseeing Bus, ca. 80 RMB für 24 Stunden

Yu-Garden

Hier bekommt ihr einen Einblick in das alte Shanghai. Die Gartenanlagen sind wunderschön und natürlich besonders im Frühjahr und Sommer empfehlenswert. In den vielen kleinen Gärten kann man sich schnell verirren und findet dabei zahlreiche Pavillions, Koiteiche und die klassischen runden Durchgänge. Auch rund um den Yu Garden gibt es viel zu entdecken, es gibt viele (leider auch touristische) Läden mit traditionellen chinesischen Souvenirs und Snacks sowie die berühmte Zick-Zack-Brücke und dem Teehaus. Rund um dieses Viertel liegt nur einen Steinwurf entfernt das “echte” typische Shanghai, mit kleinen Läden für Einheimische und kleinen Wohnhäusern. Gerade diese Mischung zwischen traditionell und neu finde ich super interessant, in Shanghai kann man beides erleben.

Tempel und Schreine

Obwohl ich kein religiöser Mensch bin, faszinieren mich die asiatischen Tempelanlagen, weil sie so anders sind als unsere Kirchen und oftmals auch kleinere Gärten dazugehören. Für euren Shanghai-Besuch kann ich euch die zwei bekanntesten Tempel in der Stadt empfehlen. Im Jing’an Tempel könnt ihr große goldene Buddah-Statuen bewundern, zudem ist innerhalb der Tempelanlage der Kontrast zwischen dem alten und neuen Shamghai sehr spürbar, da ihr von dort die Wolkenkratzer der Stadt direkt neben euch habt.

Der Jadebuddah-Tempel liegt ein bisschen weniger zentral, die Anreise lohnt sich meiner Meinung nach aber sehr. Im Vergleich zum Jing’an Tempel sieht die Anlage mit den vielen kleinen Innenhöfen fast schon ein wenig japanisch aus.

Französische Konsession

Ein wirklich schönes und so anderes Viertel. Wie der Name schon sagt, gehörte das Gebiet in Shanghai fast 100 Jahre lang Frankreich. Erst 1949 wurde das Gebiet an die Chinesen zurückgegeben und so sieht man den Einfluss natürlich auch noch heute. Es ist sicher ein Grund, warum mir die Stadt so gefällt. Sie hat eben auch einiges “europäisches” an sich und vereint unterschiedliche Einflüsse – weshalb es mich vielleicht auch etwas an New York.

Am nördlichen Rand in der Taikang Road gibt es außerdem viele kleine Boutiquen, Ateliers und Shops. Hier ist es zwar auch nicht gerade leer, aber vergleichsweise entspannt.

Essen und Trinken

Es gibt einige superleckere Sachen in China, grundsätzlich mag ich die asiatische Küche sehr gerne. Was ich euch in jedem Fall ans Herz lege sind Dumplings und Peking Ente. Letztere habe ich bei meinem letzten Shanghai Besuch gegessen (und kann mich leider nicht mehr an das Lokal erinnern) und es ist ein echtes Erlebnis. Die Ente wird am Tisch filetiert, zudem gibt es nicht nur klassischen Reis oder gebratene Nudeln, sondern auch eine Art kleine Crepes, die man selbst mit Gemüse, Oystersoße und einem Stück Ente befüllt und dann genießt. Super lecker und das Essen ist damit ein echtes Highlight.

Wegen unserer anstehenden Kreuzfahrt haben wir jedoch an unseren zwei Tagen in Shanghai mit dem Essen zurückgehalten. Durch Zufall sind wir auf den Food Court in der Nanjing Road, direkt in der Fußgängerzone gestoßen. Dort gibt es viele kleine Imbissstände und kleinere Lokale, eine Mischung zwischen Markthalle und Restauranttempel. Zumindest für die Asiaten scheint es aber ein beliebter Ort zu sein.

Hygienisch sehr viel weniger bedenklich als Vergleichbares auf der Straße. Trotzdem kann man hier sehr landestypisch und günstig essen. Wir waren zum Beispiel an einem Barbeque Stand, wo es allerlei Gegrilltes gab. Die Hähnchen- und Octopusspieße waren so lecker und wir haben umgerechnet nur wenige Euro dafür gezahlt. Obwohl der Food Court so zentral auf der Einkaufsstraße liegt, waren nur wenige Touristen dort.

Wenn ihr den Abend bei einem Drink ausklingen lassen wollt, dann empfehle ich euch die Bar im Radisson Blu Hotel. Hier habt ihr eine wirklich tolle Aussicht auf die Stadt und die Atmosphäre unter der Glaskuppel ist wirklich schön.

Food Court, Nanjing East Road (im unteren Bereich Richtung Bund auf der rechten Seite) & Radisson Blu Shanghai New World

Sicherheit in Shanghai

Wenn man sich um eines keine Gedanken machen muss, dann ist es meiner Meinung nach die Sicherheit. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt in der Stadt unsicher gefühlt. Nicht auf dem vollen Bund, nicht in den bevölkerten Fußgängerzonen und auch nicht in den Seitenstraßen. Das mag sicherlich an der Überwachung in der Stadt liegen. Nahezu überall sind mindestens drei Kameras in Blickweite und sehr häufig sieht man auch die kleinen (und wirklich niedlichen) Polizeiautos am Straßenrand stehen. Vor jeder Fahrt mit der U-Bahn werden Gepäckstücke wie am Flughafen durchleuchtet. Und eigentlich gibt es überall Personal, das aufpasst. Davon kann man halten, was man will. Im Urlaub vor Ort ist diese Tatsache aber sehr angenehm. Da fühle ich mich fast in Köln unsicherer. Über das Nachtleben in Shanghai kann ich euch diesbezüglich aber nichts sagen. Zudem sollten jegliche Einladungen zum Tee, z.B. bei den Tempeln, abgelehnt werden.


Folge:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.