Q&A: Die ersten Monate mit Hund

Inzwischen ist unsere Hündin Lola über ein halbes Jahr bei uns. eingezogen ist sie im zarten Alter von 11 Wochen und seitdem hat sich unser Leben grundlegend geändert. Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Was ist Lola für eine Rasse?

Lola ist ein schwarzgetigerter Standard-Kurzhaardackel. Für ihre Norm ist sie verhältnismäßig klein geblieben, sie war schon von Anfang an die Kleinste im Wurf.

Ist euer Hund vom Züchter?

Ja, Lola haben wir von einer Züchterin. Für uns war klar, dass wir einen Dackel möchten, da die Rasse für uns ein perfekter Mix ist. Klein genug für eine Stadtwohnung und um den Hund überall mit hinnehmen zu können. Trotzdem unternehmungslustig und für lange Spaziergänge zu haben, außerdem selbstständig und ein neugieriges Wesen.

Reinrassig sollte der Dackel sein, damit keine erblich bedingten Krankheiten auftreten. Außerdem war uns eine liebevolle Aufzucht mit dem nötigen Wissen sehr wichtig und das merkt man Lola total an. Sie ist sehr aufgeschlossen anderen Menschen und Hunden gegenüber.

Ein Hund aus dem Tierschutz haben wir uns schlichtweg nicht zugetraut.

Welche Kommandos sitzen schon?

Sitz, Platz, Pfötchen (beidseitig), Alehop (quasi Männchen machen auf hingehaltenem Arm), Warte, Komm. Ansonsten klappt aktuell “bei Fuß” und “bring” ganz gut, aber noch nicht zuverlässig.

Wie lange brauchte Lola um stubenrein zu werden?

An sich ist stubenrein eine schwierige Definition, insbesondere wenn bei jungen Hunden in manchen Situationen das “Freudenpipi” dazukommt. Das hat Lola manchmal noch, wenn sie sich wirklich sehr doll freut und dann zusätzlich noch gestreichelt wird. Oder wenn uns Lolas Freundin Lotti besucht. Mit knapp 6 Monaten hielt sie es manchmal doch für eine bessere Idee, auf die Decke oder den Teppich zu machen. Ganz ganz selten zwar, eine gewisse Unsicherheit war aber eine zeitlang da. Nachdem sie 6 Monate alt war, hat sie zuverlässig immer länger eingehalten.

Die eigentliche Stubenreinheit im Alltag hat sie ziemlich schnell begriffen, denn sie hat schon bevor sie zu uns kam gelernt, auf eine Zeitung zu machen. Wir haben sie von Anfang an mindestens alle 2 Stunden, nach jedem Schlafen, nach jeder Mahlzeit und nach dem Spielen rausgebraucht und sie für jedes Pipi und Häufchen draußen sehr gelobt. Außerdem haben wir es mit einem Kommando verknüpft (“beeil dich”), sodass sie dann auf Aufforderung machen konnte, wenn sie selbst zu aufgeregt war, um daran zu denken. Nach rund drei Wochen bei uns hat es ganz gut geklappt mit der Stubenreinheit. Von den zwei, drei Malen, wo wir einfach zu langsam waren mal abgesehen.

Wo geht ihr Gassi?

In der Stadt ist es natürlich nicht immer ganz einfach eine schöne Gassirunde für den Hund zu finden. Wir haben das Glück, dass es zu einem Feldweg nicht ganz so weit weg ist und wir dort gut spazieren gehen können. Für die Minirunde muss es leider die Runde um den Block sein, die nunmal typisch städtisch ist. Ansonsten bemühen wir uns, Lola mehrmals die Woche mit anderen Hunden in Kontakt zu bringen. Dafür fahren wir entweder an den Rhein, in den Wald oder zu einer nahegelegenen Hundefreilaufwiese. Letztere ist bei uns leider nicht so nah, dass wir noch öfters vorbeischauen können, mit dem Rad ist es aber ganz gut machbar. Ich merke jedes Mal, wie gut Lola das Freilaufen ohne Leine tut und versuche ihr das so oft wie es eben in der Stadt geht, zu ermöglichen.

Wie klappt es mit dem Alleinebleiben?

Vor Corona waren wir auf einem guten Weg und konnten sie eine knappe Stunde alleine lassen, die letzten Wochen haben uns diesbezüglich nach hinten geworfen. Es gab schlichtweg keine Möglichkeit, das Alleinesein weiter zu üben, ohne sich im Keller zu verstecken. Deshalb müssen wir das weiter in Angriff nehmen.

Was sagen Freunde und Familie?

Das lässt sich in genau zwei Seiten aufteilen: Diejenigen, die sich total gefreut haben und diejenigen, die Bedenken geäußert haben. Wie zu erwarten war, gab es von der familiären Seite viele Bedenken, da ein Hund natürlich viel Verantwortung und auch Einschränkungen bedeutet.

Von Freunden haben wir jede Menge Unterstützung und Betreuungsangebote erhalten und jeder liebt Lola.

Was habt ihr für euren Welpen gekauft?

Tatsächlich summieren sich die Anschaffungen schnell, denn bei der absoluten Basicausstattung bleibt es eher selten. Eine sehr ausführliche Übersicht findest du in meinem Beitrag über unsere Welpeneinkaufsliste.

Welche Versicherungen habt ihr für Lola?

Momentan haben wir eine Hundehaftplicht (die sollte jeder haben!) sowie eine OP-Versicherung. Lange haben wir überlegt, ob wir eine Krankenversicherung oder nur eine OP-Versicherung abschließen sollen, uns letztlich aber zunächst für die zweite Variante entschieden. Im Alter kann der Hund natürlich anfällig für chronische Krankheiten werden, die nicht immer operiert werden müssen, aber dennoch sehr sehr teuer sind. In den ersten Jahren ist die Wahrscheinlichkeit dafür geringer und man sollte sich gut überlegen, bis wann man eine Krankenversicherung überhaupt noch abschließen kann. Zudem werden die Versicherungsbeiträge mit zunehmenden Alter höher und leider ist nicht jede Versicherung kulant, falls dein Tier wirklich teure chronische Krankheiten entwickelt. Anders als bei Menschen läuft so ein Versicherungsvertrag immer nur auf ein Jahr und kann so auch von der anderen Seite problemlos gekündigt werden. Deshalb halten wir es aktuell für eine bessere Idee, das Geld lieber selber zurückzulegen.

Wie anstrengend war die Anfangszeit?

 
Die ersten Wochen waren natürlich sehr zeitintensiv, deshalb kann ich nur empfehlen, sich die ersten zwei, drei Wochen mit Welpe frei zu nehmen. Aber auch bei einem erwachsenen Hund braucht es zu Beginn ein bisschen Zeit für die Eingewöhnung. Wie oben geschrieben bin ich anfangs mindestens alle zwei Stunden rausgegangen. Aber auch danach bleibt der Zeitaufwand die ersten Monate hoch, denn in den ersten Wochen sollte der Hund so viel wie möglich von seiner Umwelt kennenlernen. Außerdem kommen schon bald erste Kommandos hinzu, die immer wieder geübt werden müssen. Und selbstverständlich sollte auch noch genügend Zeit für Spielen und Kuscheln sein. Ich würde grob sagen, dass die ersten 5 Monate schon besonders “anstrengend” sind. Danach wird es besser, es treten aber auch andere Probleme auf (Stichwort Pubertät). Ein Hund nimmt viel Zeit in Anspruch, nicht nur selbst, sondern auch die Koordination, wenn er betreut werden soll. Regelmäßige Tierarzttermine und Spielstunden mit anderen Hunden sind ebenfalls ein Zeitfaktor. Deswegen würde ich nur zu einem Welpen raten, wenn man diese Zeit auch wirklich hat. Ein ausgewachsener Hund braucht natürlich immer noch viel Aufmerksamkeit, ist aber schon selbstständiger und ruhiger.

Was klappt noch nicht so gut?

Wie oben geschrieben ist das Thema Alleinebleiben noch ein wunder Punkt, an dem gearbeitet werden muss. Beim Gassigehen ist Lola manchmal wirklich stur und möchte gerne so lange schauen, wie sie möchte. Da ist ein Vorwärtskommen manchmal anstrengend, wenn jedes Kind mit Roller, jeder Krückstock und jeder Hund genau beäugt werden muss. Sie ist sehr neugierig und sozial, was in manchen Situationen aber etwas anstrengend sein kann.

Was klappt besser als gedacht?

Tatsächlich überraschend viel. Keine Ahnung, ob wir mit Lola Glück hatten oder intuitiv vieles richtig gemacht haben. Sie lässt sich ziemlich zuverlässig abrufen, kommt eigentlich mit jedem anderen Hund klar, hat inzwischen vieles gelernt und lässt sich total unproblematisch zu Freunden geben.

Fazit

Die ersten Monate mit einem Welpen sind natürlich magisch. Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn so ein kleines flauschiges tapsiges Wesen einzieht. Der Vergleich mit einem Kind ist aber nicht übertrieben, die ersten Monate sind zeitintensiv, haben Höhen und Tiefen und du musst auf Schlaf verzichten. Trotzdem ist das alles machbar, wenn man sich entsprechend darauf einstellt. Ich würde immer wieder einen Welpen wählen, sofern es die Umstände zulassen. Trotzdem freue ich mich nun auch sehr über die Junghundphase. Lola ist inzwischen so viel selbstständiger, selbstbewusster und kann nun auch längere Spaziergänge oder Ausflüge problemlos mitmachen. Jede Altersphase hat seinen Reiz und es ist wunderschön, seinen Hund von Anfang an zu begleiten.

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