Home Personal Wie ich erkenne, was mir gut tut // Von zwischenmenschlichen Beziehungen

Wie ich erkenne, was mir gut tut // Von zwischenmenschlichen Beziehungen

written by Sonja 5. Januar 2016

Es heißt, man macht sich innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde ein Bild von anderen Menschen.
Dass dieser Eindruck auch nach den ersten Worten noch viel mehr Einfluss hat, als der Inhalt des Gesprächs und dass dieser Eindruck auch nicht so schnell verlischt.
Einen negativen ersten Eindruck kann man nicht rückgängig machen, sagt man.

Es gab schon ein paar Momente in meinem Leben, in dem sich Menschen als nicht so gut herausstellten, wie sie schienen. Mir persönlich ist das ein Mal passiert, dass ich von einer ehemaligen Freundin so eine Art und Weise nicht erwartet hätte. Es war rückblickend vielleicht einfach  – und so lächerlich es klingen mag – mit der Pubertät zu erklären, vielleicht war es aber auch so, dass es zwischen uns einfach nicht mehr passte. Manchmal finde ich das noch heute schade, damals war es auf jeden Fall eine große Enttäuschung.

Meistens merkt man doch aber direkt, ob man mit einer Person „kompatibel“ ist. Sie ehrlich und aufrichtig zu einem ist. Zumindest geht es mir so.

 

 

Eine Bekannte meiner Mutter konnte ich zum Beispiel noch nie richtig gut leiden. Es gab nicht unbedingt einen objektiven Grund dafür, wobei mir auffiel, dass sie sicher keine schlechte Person war. Im Zwischenmenschlichen aber oft gedankenlos und manchmal auch verletzend. Etwas, was ich nicht mochte.

Genauso wenig wie ein paar Mädels in meiner damaligen Stufe, die zum Teil wirklich scheinheilig waren. Im Grüppchen wurde über andere Mädels gelästert, kaum war eine aus der Gruppe nicht anwesend, wurde über sie hergezogen. Am nächsten Morgen gab es dann wieder Küsschen links und rechts und natürlich den nächsten Tratsch. Nicht im Traum hätte ich dazugehören wollen.

Oder zum Beispiel die Ex meines Freundes. Eine verlogene Person, die für ihr Alter erstaunlich wenig auf die Reihe bekommen hat. Sie war wohl noch nie in der Lage ihre eigenen Probleme zu lösen und als es dann um ihre Geldgeilheit nach Ende der Beziehung ging, zeigte sie auch meinem Freund mal ihr wahres Gesicht. Inzwischen räumt er selbst ein, dass sie ein unerträgliches Verhalten hat. Jeder, der in meinem Umfeld die Story kennt war fassungslos, welche Biestigkeit und Unverschämtheit sie an den Tag legte und dabei noch dachte, mit der Nummer durchzukommen. Sogar mein Blog musste für ihre Intrigen herhalten. Auch hier war es so, dass ich noch während Kontakt zwischen ihr und meinem Ex herrschte durch seine Erzählungen merkte, dass es ihr nur um sich selbst ging und sie weiterhin auszunutzen versuchte, als sie niemanden mehr hatte und auch ihrem neuen Lover die Liebe abhanden kam.

Ich finde es schon erstaunlich, wie unsere zwischenmenschlichen Antennen gespitzt sind. Dass wir so oft planlos und ratlos im Leben sind, obwohl wir anscheinend doch tief im Inneren die Wahrheiten und Antworten kennen. Haben wir manchmal verlernt, auf unsere eigene Stimme zu hören?
In meiner Psychologievorlesung hat uns mein Professor getestet. Er hat wirklich ekelige Situationen beschrieben und uns dann nach unseren Moralvorstellungen dazu gefagt. Und anschließend, warum wir es dieses Verhalten ablehnen. Welchen rationalen Grund wir für die Ablehnung hätten. Die Antworten kamen schleppend und er hatte genau das bewiesen, was eine Theorie besagt. Dass unsere moralischen Vorstellungen so tief in uns verankert sind, dass wir etwas bewerten, bevor uns die Gründe dazu einfallen, wenn es denn wirklich welche gibt. Eine moralische Intuition sozusagen.

So eine Intuition sollten wir meiner Meinung nach auch auf eine positive Art haben, wenn es darum geht zu entscheiden, was uns gut tut.  Egal, ob es dabei um Beziehungen oder Freundschaften geht, um die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit oder dem, was man tun sollte und dem, was man wirklich tun will. Denn eigentlich wissen wir es doch schon.

 

 

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2 comments

Daniela Raboldt 7. Januar 2016 at 21:08

Schöner Artikel und einen schönen Blog hast du. Gleich mal abonniert :)

Liebste Grüße, Daniela von http://www.babbleventure.com

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Wilhelm 17. Juli 2017 at 18:29

Liebe Sonja,
gute Gedanken, die ich auch für sehr wichtig halte. Soziale Hygiene kann man das auch nennen. (-; ich habe inzwischen gelernt, ganz bewusst zu unterscheiden, wer mir gut tut, und wer nicht, und ich scheue mich auch nicht mehr, den Kontakt dann bewusst zu unterbrechen. Es hat auch viel mit Wertschätzung sich selbst gegenüber zu tun… Liebe Grüße!

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