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Und wo soll es hingehen?

written by Sonja 8. Mai 2015
Endlich ist schönes Wetter, endlich zieht es die Menschen wieder vor die Tür. Der Sommer ist zum Greifen nahe. Die Zeit des Genießens, der langen Nächte, der Grillabende mit Freunden im Park oder die Abende mit dem Freund am See. Die Zeit des Urlaubs und der Freiheit.

Dies gilt für mich in diesem Jahr wieder besonders. Ich werde im Sommer meine Bachelorarbeit abgeben, was mich noch viele Nerven und schlaflose Nächte kosten wird. Trotzdem, die letzte Vorlesung liegt hinter mir, die letzte Klausur steht an. Gestern habe ich bereits viele meiner Unisachen in den Keller getragen. Mein Leben der letzten drei Jahre. Und mit dem Runtertragen dieses Lebens stehe ich wieder an einem Punkt, an dem scheinbar alles möglich ist. Genau wie nach dem Abitur damals tauchen jetzt Fragen auf. Was nun? Wo soll es hingehen?
Diese Frage bringt mich seit einem halben Jahr aus dem Gleichgewicht.

 

In ein paar Tagen werde ich 22 Jahre alt und ich stelle mir die Frage, ob ich jetzt schon arbeiten muss. In meinem Studium hatte ich ein halbes Jahr Praxisphase und ich habe sehr sehr gerne in der Praxis gearbeitet und gelernt. Warum also nicht so weitermachen, ein Voluntariat suchen, eine Einstiegsstelle? Aber so einfach ist es für mich leider nicht. Ich bin zerissen.

Alles ging so schnell, ich habe das Gefühl, mit dem Studieren noch nicht richtig fertig zu sein. Zumal ich nie ein richtiges Studentenleben hatte. Meine Uni ist klein und privat, wir sind ein paar hundert Studenten. Unisport, Mensa, Studentenpartys und Sprachkurse, all das war nur sehr eingeschränkt möglich, wenn überhaupt. Irgendwie habe ich in dieser Hinsicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Eine persönliche Entwicklung, die mir nicht möglich war.
Nicht, dass mein jetziges Studium schlecht war, ich bereue es nicht ansatzweise. Das war und ist, was ich wollte. Doch ich will mehr.

Dieses mehr wird kein Master werden können, denn die Hochschulen konstruieren ihre Master auf ihre eigenen Bachelorabsolventen. Und außerdem habe ich zu viel Praxis im Studium an einer Fachhochschule. Schade, aber die Praxis der letzten Jahre war es doch wert, die wird mich später hoffentlich weiterbringen.
Also kann es nur ein Bachelor werden, den ich erneut anfange. Und wieder kommen die Zweifel auf. Nochmal drei Jahre, von der Praxisorientierung in die totale Buchstabenwüste. Wird mich das Studium später weiterbringen, werde ich damit meinen Träumen näher kommen?

 

Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ich möchte nicht mehr unbedingt in den klassischen Journalismus, von ganz besonderen Möglichkeiten einmal abgesehen. Ich möchte auf die andere Seite, in die Öffentlichkeitsarbeit. Ganz falsch wird da der Weg, den ich mit meinem Studium einschlage, hoffentlich nicht sein.
Weiterbringen wird mich das Studium aber sicher. Mich als Persönlichkeit. Mit vielen weiteren Erfahrungen und neuen Möglichkeiten. Ich möchte mich noch weiterbilden, mich noch ausprobieren. Nicht später bereuen, mich selbst um die „beste Zeit“ gebracht zu haben.

Und bei den ganzen Gedanken und Verzweiflungen habe ich eine Entscheidung getroffen. Und ich fühlte Glück. Und wo das Gefühl ist, kann man nie ganz falsch sein.

 

 

 

 

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